Blogbeitrag

20 | 05 | 2011

Stadtbildanalyse in Oberwesel gestartet

Geschrieben von Sönke C. Skär um 11:15 Uhr

Im Rahmen der „Pilotstudie Integrierte Wohnbestandsentwicklung Oberwesel“ werden insbesondere leer stehende und gering genutzte Wohngebäude im Stadtkern untersucht und deren Entwicklungspotential geprüft. Als Teil dieser umfassenden Studie werden in der Zeit vom 30. Mai bis 4. Juni 2011 und vom 8. bis 14. August 2011 jeweils ca. 40 Studierende entlang ausgewählter Straßenzüge Fassadenansichten aufnehmen.

Die messtechnischen Vorbereitungen dieser beiden Kampagnen sind bereits gestartet. Die Mitarbeiter des Mainzer Architekturinstituts bereiten derzeit mittels Tachymetern ein Messnetz vor, in das die Studierenden der Architektur während der jeweils einwöchigen Präsenzphase Ihre Ergebnisse einarbeiten. Das Ergebnis wird eine Stadtbildanalyse und Bauaufnahme in ausgewählten Teilbereichen von Oberwesel aufzeigen.

WOZU EINE STADTBILDANALYSE?

Oberwesel ist reich an berühmten Einzelmonumenten: Schönburg – Liebfrauenkirche – Martinskirche – Wernerkapelle – die Ruine des Minoritenklosters – eine fast vollständige, begehbare mittelalterliche Stadtmauer.

90% der Stadt bestehen hingegen aus anonymer Wohnhausarchitektur, die im Einzelfall schlicht sein mag, im Ensemble aber sehr reichhaltig ist und das Erscheinungsbild der mittelalterlichen Stadt prägt. Um diese Wohnhausarchitektur geht es bei der Stadtbildanalyse. Sie sollen im vergleichenden Maßstab abgebildet werden, um Stärken und Schwächen im Stadtbild zu erkennen und Vorschläge zu dessen Verbesserungen zu erarbeiten. Daneben interessiert die Fachhochschule die Struktur der Oberweseler Keller, die teilweise unter Straßen hindurch auf Nachbargrundstücke reichen, so frühere Gebäudezustände zeigen und ein Stück „Stadtarchäolgie“ von Oberwesel abbilden.

Wir nehmen Straßenzüge mit ihren Fassaden im Maßstab M=1:100 und M=1:200 auf, gestaltprägende Details in freihändigen Skizzen und maßstäblicher Zeichnung im M=1:50 bis 1:10 sowie Kelleranlagen, soweit uns diese zugänglich gemacht werden. Die Keller bilden eine unterirdische, ältere Stadt ab, die oberirdisch oft nicht mehr erkennbar ist.

Die Aufnahmen der Studierenden werden anschließend in Gesamtdarstellungen zusammengefasst und zeigen die Stadt gewissermaßen durchleuchtet im „Röntgenbild“.

WAS GESCHIEHT AN DEN HÄUSERN?

Die Studierenden messen mit Zollstock und berührungsfreiem Distanz-Messgerät die Räume im Erdgeschoss und im Keller sowie die Fassaden aus. Dazu müssen sie gelegentlich Klebemarken aus Tesakrepp anbringen, die anschließend wieder entfernt werden. Der Aufenthalt im Haus dauert höchstens einen Tag.

EINSATZBEREICHE DER STUDIERENDEN

3. Semester – 30. Mai – 4. Juni 2011

Schönauergasse
Holzgasse
Chablisstraße + Scharplatz
Kirchstraße
Oberstraße
Bussgasse

2. Semester – 8. bis 14. August 2011

Niederbachstraße
Kölnische Turmgasse
Plangstraße
Steingasse
Langgasse
Hospizgasse


WIR BITTEN UM UNTERSTÜTZUNG DER ANWOHNER

Fall Ihr Haus unterkellert ist soll der Kellergrundriss im offiziellen Katasterplan der Stadt Oberwesel eingetragen werden, um im Verlauf des Projekts einen möglichst vollständigen Kellerkataster zu erhalten. Dort möchten die Studenten gern während der Bearbeitung über Nacht ihr Material einlagern, damit nicht jeden Abend die Ausrüstung weit getragen werden muss.

Überwiegend beschäftigen sich die Teilnehmer des Kurses mit den Fassaden des Hauses. Dazu müssen sie Ihr Haus in der Regel nicht betreten. Nach dem Ende der jeweiligen Arbeitswoche bleiben keine Spuren von diesem Einsatz am Haus zurück.

Falls Sie uns Unterstützen möchten, und sich bisher noch nicht bei der Stadt hierfür gemeldet haben, bitten wir Sie um eine entsprechende Nachricht.
Für Ihre Mithilfe bedanken wir uns herzlich!

Letzte Änderung am: 31. Mai 2016

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