Wasserturm Wiesbaden

Der Wasserturm wurde innerhalb des Jahresprojekts Denkmalpflege 2003/2004 der Fachhochschule Mainz formgetreu vermessen und als digitales Gesamtplanwerk dokumentiert. Recherchen über Geschichte und Funktion des Gebäudes wurden zum „Tag des offenen Denkmals 2004“ der Öffentlichkeit zugetragen. Weitere Untersuchungen am Bestand im Rahmen der Lehrveranstaltung Altbauerneuerung II haben in Form von Material- und Schadenskartierungen einen weiteren, tiefergreifenden Einblick in die Substanz gewährt, aber auch den teilweise desolaten Zustand des Gebäudes aufgezeigt.

Im Anschluss entwickelten sich erste Ansätze zur Revitalisierung des Bestands und zur Reintegration des Gebäudekomplexes in einen neuen städtebaulichen Kontext. Eine Diplomarbeit an den Fachhochschulen Mainz und Wiesbaden zum Thema „Kulturpark Wiesbaden / Wassermuseum – Chateau d´eau“ wurde durchgeführt. Perspektiven und Möglichkeiten für eine städtebauliche Entwicklung des Gesamtareals unter Einbindung des aktuellen Gebäudebestands konnten hier entwickelt werden. Gestalterische wie planerische Fragen nach Rekonstruktion oder Interpretation, Reduktion oder Addition aber auch technische Fragen wie die der Gebäudeerschließung im Falle einer öffentlichen Nutzung konnten hier in großer Bandbreite durchgespielt, Probleme aufgedeckt und erste Lösungsansätze gefunden werden.

Im Jahre 2005 wurde eine Ausstellung und öffentliche Präsentation der Arbeiten im ESWE-Forum durchgeführt.

Die aus denkmalpflegerischer Sicht ungesteuerten Abbrüche seit 2001 haben tief in die Kernsubstanz des denkmalgeschützten „Wasserturms“ mit der ihn umgebenden Bebauung eingegriffen. Der ursprüngliche bauliche Zusammenhang aus Kühl-, Kessel- und Maschinenhäusern nebst Wasserturm, bis 2001 noch vorhanden und z.T. in Erweiterungsbebauungen aufgegangen, ging mit dem Abriss verloren. Von der Anlage ist nur ein Torso ohne erkennbaren baulichen Zusammenhang zurückgeblieben.

Der aktuelle Bestand ist stark durch die Abrissarbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden. Beim Abbruch angrenzender Gebäudeteile entstanden offene Abrissfugen, die zum Teil tief ins Kernmauerwerk eindringen und unbehandelt besonders während der winterlichen Frost- und Tauperioden der Witterung beste Angriffsflächen bieten.

Die Dachkonstruktionen v.a. der noch vorhandenen Nebengebäude befinden sich in desolatem Zustand. Mangelnde Abdichtung und zerstörte Dachanschlüsse bieten dem Regen kaum Hindernis. Die konstruktiven Tragwerkselemente präsentieren sich in einem z.T. entsprechend bedenklichen Zustand.

Sämtliche Mauerwerksöffnungen stehen offen oder wurden präventiv vermauert. Die Fenster sind zerstört und bieten keinen Schutz gegen Witterung und Tauben. Maßnahmen zur Taubenabwehr in Form von vorgehängten Netzen (in Vorbereitung auf das Jahresprojekt Denkmalpflege der FH Mainz) sind mittlerer Weile unwirksam geworden.

Die historischen technischen Anlagen wurden  z.T. demontiert. Trotzdem haben sich erhebliche Teile der technischen Ausstattung erhalten, die allerdings in ihrem genauen Zusammenhang nicht mehr verstehbar sind. Ständige, nicht zu kontrollierende Auf- und Einbrüche mit einhergehendem Vandalismus sorgen für weiteren Substanzverlust und führen zu zusätzlichen Sicherungskosten. Maßnahmen zur Einbruchssicherung (Vermauerungen etc.) blieben erfolglos und wurden z.T. wieder aufgebrochen.

Im Archiv des ai-mainz befinden sich zahlreiche Dokumente wie digitale, verformungsgetreue Bestandspläne,  Material- und Schadenkartierungen, Sanierungskonzepte, Recherchen zur Baugeschichte und vieles mehr. Wenn Sie Interesse an weiterführenden Informationen haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

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